Vor einigen Tagen hatte meine Familie mich bereits darauf aufmerksam gemacht, dass in unserer alten Schrebergartenanlage ein Imker seine Bienenvölker aufgestellt hat und seinen Honig zum Verkauf anbietet. Seitdem ich meine eigenen Bienen halte, ist in der Familie das Bewusstsein für diese wundervollen Tiere durchaus gestiegen, was mich persönlich sehr freut! Das per E-Mail erhaltene Foto des Aushangkastens der Schrebergartenanlage ist sehr hübsch gestaltet und verführt sicher so manchen Spaziergänger zum Honigkauf.

„Das sah am Sonntag so schön aus, als die vielen Bienen unter dem Dach hingen.“ sagte mir meine Mutter, die inzwischen häufiger mit dem Hund durch den mit Bienen gesegneten Schrebergarten spaziert. Da stellte sich mir die Frage, wie genau sie das nun meinte – Bienen unter dem Dach… – „Ja, die konnte man alle sehen, wie sie sich da auf den Waben tummelten.“ strahlte sie. Hatte sich hier vielleicht ein Schwarm unter dem Dach der Gartenlaube eine neue Behausung gesucht? Handelte es sich hierbei vielleicht um eine neue Art der Bienenhaltung? Wildbau ohne jegliche Vorgaben, bei dem sich die Bienen all ihre Waben selbst gebaut hatten?
Bienenwaben hängen neben der Laube. Am Dienstag wollte ich es dann wissen. Ich war zu Besuch bei meiner Mutter und unser Gassigehen sah als Etappenziel auch die Schrebergartenanlage vor. Der Hinweis im Aushangkasten lobte die Arbeit der fleißigen Bienen mit der Option, Honig direkt vom Imker kaufen zu können. Ein paar Meter weiter kamen wir zum Schrebergarten des Imkers, in dem allerdings keine Bienen zu sehen waren. Nur die Waben hingen direkt neben dem Gartenhäuschen und konnten von jedem Spaziergänger begutachtet werden. Es handelte sich nicht etwa um Wildbau der Bienen oder gar ein frei lebendes Bienenvolk, sondern um nach der Sommerhonig-Schleuderung nach draußen gehängte „Holz-Rähmchen“. Diese Rähmchen verwenden Imker üblicherweise innerhalb einer dafür vorgesehenen Kiste und nicht unter freiem Himmel. Die Bienen sollten die sich noch in den Waben befindenden Reste ausschlecken.

Durch die vielen Vorträge und Schulungen ( die ich als junger und interessierter Imker regelmäßig besuche ) habe ich gelernt, so etwas niemals zu tun. Diese Vorgehensweise erzeugt massive Räuberei unter allen im Umkreis von bis zu 2 km stehenden Bienenvölkern, wobei sich die Bienen gegenseitig töten, um an die letzten Reste Honig in den ausgeschleuderten Waben zu gelangen. Stärke Bienen gewinnen diesen Kampf und ohne das sie es wollen, schleppen sie die Varroa-Milben, die sie durch die sterbenden und schwächeren Bienen beim Todeskampf erhalten haben, in ihr eigenes Volk.

Ich kann nur jede Imkerin und jeden Imker bitten, sich regelmäßig fortzubilden. Die Angebote an Schulungen helfen, solch grobe Imkerfehler zu vermeiden.